top of page

Franzis Erfahrungsbericht: Raus aus der Sackgasse mechanischer Hilfengebung

  • Autorenbild: Beate
    Beate
  • 29. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Als ich mich vor einigen Jahren an Beate gewandt habe, befand ich mich im Training mit meiner Warmblutstute an einem Punkt, an dem es nicht mehr weiterzugehen schien. Wir waren klassisch-englisch ausgebildet, hatten die Unterstützung unterschiedlicher Reitlehrer – und dennoch traten wir auf der Stelle.


Ich ritt mein Pferd „von hinten nach vorne“, trieb viel, um mehr Aktivität zu erzeugen, doch meine Stute wirkte immer irgendwie schwer und triebig. Gleichzeitig kam sie häufig mit dem Kopf zu tief und hinter die Senkrechte, obwohl das keinesfalls mein Ziel war. Das Training fühlte sich zunehmend widersprüchlich an und mir fehlte eine langfristige Perspektive.


Im Austausch mit Fokus Pferd wurde schnell deutlich, dass mich meine bisherige Denk- und Arbeitsweise genau bis an diesen Punkt geführt hatte – aber nicht darüber hinaus. Beates Vorschlag war, alles Vertraute einmal bewusst beiseitezulegen und einen echten Neuanfang zu wagen.


Wir begannen wieder bei den Grundlagen. Ich lernte die Arbeit an der Hand, beschäftigte mich intensiv mit funktioneller Anatomie und begann, Reiten neu zu denken. Vor allem verstand ich, dass meine Stute nie faul oder unwillig gewesen war. Sie hatte vielmehr Strategien entwickelt, um ihren Körper durch möglichst geringe Aktivität zu schützen.


Im Verlauf der gemeinsamen Arbeit deckten wir zahlreiche Kompensationsmuster auf, die wir Schritt für Schritt auflösten – oder teilweise auch noch bis heute weiter auflösen. Für mich war entscheidend zu erkennen, dass wir zuvor in der Sackgasse mechanischer Hilfengebung steckten. So lernte ich, wie Reiterhilfen dem Pferd tatsächlich helfen können statt es zu stören, zu manipulieren oder es in eine bestimmte Haltung zu bringen. Auch die Arbeit mit Seitengängen bekam einen völlig neuen Fokus: nicht als bloßes Seitwärtsgehen, Lektionen zum Selbstzweck, sondern als gezielte Unterstützung und Anforderung an Balance und Koordination.


Mit der Zeit erhielt meine Stute im Training mehr Raum für eigene Rückmeldung. Sie durfte ausprobieren, Pausen einfordern und ihre Grenzen zeigen. Dadurch wurde sie offener, motivierter und zunehmend selbstständiger in der Mitarbeit. Parallel dazu wuchs auch mein eigenes Vertrauen – in mein Pferd und in den eingeschlagenen Weg:


Der Trainingsprozess verläuft nie linear. Es gibt Phasen des Fortschritts und Phasen des Innehaltens. Doch es fühlt sich nicht mehr wie Stillstand an. Jeder Schritt trägt zur gemeinsamen Entwicklung bei und genau darin liegt heute die Grundlage der Arbeit mit meiner Stute.

 
 

©2025 Fokus Pferd - Beate Möller

bottom of page