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Sarahs Erfahrungsbericht: Jungpferdeausbildung ohne Dominanz und Gehorsam

  • Autorenbild: Beate
    Beate
  • 26. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Als ich mit der Ausbildung meiner jungen Islandstute begann, war ich auf der Suche nach Unterstützung, die mir hilft, mein Pferd besser zu verstehen – nicht nur im Training, sondern auch in seinem Verhalten.


So habe ich Beate kennengelernt.


Im Unterricht konnte ich viel über funktionale Anatomie, Bewegung und Zusammenhänge im Pferdekörper lernen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich war jedoch, dass Jungpferdeausbildung ohne Zwang und das Durchsetzen von Gehorsam und stattdessen in einem vertrauensvollen Dialog funktionieren kann.


Das wurde besonders deutlich, als meine Stute auf der linken Hand zunehmend Schwierigkeiten bekam. Rotation und Biegung fielen ihr schwer. Die Bewegung wirkte angespannt und schließlich gab es sogar eine Phase, in der sie sich über mehrere Wochen kaum noch dazu überreden ließ, sich auf dieser Hand zu bewegen.


Das hat mich sehr verunsichert. Man möchte alles richtig machen und hat schnell die Sorge, zu nachgiebig zu sein oder dem Pferd falsche Dinge „durchgehen zu lassen“. Gerade bei einem jungen Pferd fragt man sich, ob man sich damit langfristig Probleme schafft.


Im Unterricht habe ich gelernt, mein Pferd genauer zu beobachten und ihr Verhalten nicht als Widersetzlichkeit zu bewerten. Die Blockade war so stark, dass sie sich mental nicht einmal auf den Versuch einlassen konnte, an der schwierigen Seite zu arbeiten.


Wir haben deshalb zunächst bewusst an der leichteren Hand weitergearbeitet. Nicht, um die andere Seite zu vermeiden, sondern um ihr Sicherheit zu geben. Dabei haben wir immer wieder angeboten, auch die schwierigere Seite auszuprobieren, ohne Druck und ohne Erwartung.


In dieser Zeit hat meine Stute viel über die Koordination ihres Körpers gelernt. Vor allem aber hat sie gelernt, dass sie im Training gehört wird und dass ihre Reaktionen ernst genommen werden.

Nach einiger Zeit konnten wir uns dann auch der linken Hand wieder zuwenden. Diesmal ohne Blockieren oder Gegenwehr. Sie war deutlich offener und bereit, sich auf die Arbeit einzulassen.


Heute, fünf Jahre später, ist diese positive Einstellung zum Training geblieben. Meine Stute begegnet neuen Aufgaben stets ruhig, aufmerksam und interessiert. Die körperliche Entwicklung über die Jahre ist deutlich, aber mindestens genauso wichtig ist für mich die mentale Entwicklung.


Der zentrale Ansatz im Training ist bis heute, dass sie mitarbeiten darf – und nicht funktionieren muss. Diese Herangehensweise hat sich für uns langfristig bewährt und prägt unsere Arbeit bis heute.

 
 

©2025 Fokus Pferd - Beate Möller

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